Die Sims – viele sind wohl irgendwann mal mit dieser, von Maxis entwickelten, Spiele-Reihe in Kontakt gekommen. Sims erstellen, Sims steuern, Sims glücklich machen – Was speziell für Mädchen früher die Barbie war, wurde irgendwann der Sim. Der oder die wurde dann wohl erzogen, kontrolliert und erfolgreich gemacht. Die Familie gegründet, der Nachwuchs gepflegt und das Heim erweitert. Das Spielprinzip der Sims – es hat sich auch im neuesten Teil der Reihe nicht verändert. Keineswegs ein Vorwurf! Doch was ist denn dann der Reiz und vor allen Dingen der Sinn an der Fortsetzung eines so erfolgreichen Franchise, wenn sich kaum etwas ändert, das Gameplay noch einfacher wird und der Benutzer sich fragen muss, was er denn jetzt eigentlich machen soll? Wohlgemerkt in einem Spiel, das davon lebt, dass die Spieler sich ihr Spiel selbst gestalten. Doch erst einmal der Reihe nach.

Sims 4 macht erneut wieder vieles richtig. Die seit vielen Jahren erfolgreiche Lebenssimulation macht auch 2014 in etwas aufgepepptem Look großen Spaß. Das beginnt schon mit der Charaktererstellung: Hier konnten wir gar nicht mehr aufhören, da noch etwas das Kinn zu justieren, dort noch das Ohr ein bisschen zu verkleinern und die Augen größer zu machen. Wer zum Einstieg in sein Sims-Abenteuer gar die eigene Familie nachbauen will, der steht hier garantiert vor einer großen, lang andauernden Herausforderung. Entwickler Maxis präsentiert erneut wieder zahlreiche Möglichkeiten, um euren Sim auch auf jeden Fall genau so aussehen zu lassen, wie ihr es euch wünscht. Das Gesicht und der ganze Körper können so in jede erdenkliche Richtung verformt werden, die Augenbrauen sich auch bis an den Haaransatz ziehen lassen. Dem im Moment größter Überraschung versteinerten Gefährten steht also nichts mehr im Wege. Ebenso wenig dem eigenen grünen Hulk-Sim. Auf Wunsch bekommt der auch wieder schrille Klamotten an – allerdings nur in den von Maxis vorgegebenen Farben…

Beschnitten ist der neue Charakter-Editor nämlich dann doch irgendwie. Zur Auswahl stehen tatsächlich nur eine handvoll Frisuren, Oberteile, Hosen und Schuhe. Und nicht einmal die lassen sich noch irgendwie individuell gestalten. Die Jeansjacken-T-Shirt-Kombination bleibt so eben auch blau-schwarz, und mag sich nicht umfärben lassen. Kein Drama, aber irgendwie trotzdem schade.

Sims 4 Nachbarschaft
Eingeschränkt – Echt nicht die Welt




Der hier sichtbare Schnitt macht sich dann auch im gesamten Spiel bemerkbar. Sims 4 wirkt wie der kleine, beschnittene Bruder seines Vorgängers. Egal was wir machen, es scheint immer irgendwo etwas zu fehlen. Das fängt dann auch schon direkt vor der Haustür an. Die Dimensionen des eigenen Grundstücks hören nämlich haargenau an der Bürgersteigkante auf. Bis dahin gibt’s die Möglichkeit zum Sim-Gespräch mit den vorbeilaufenden Passanten, doch wird’s gar der Gang zum Nachbarn, unterbricht ein Ladebildschirm das Geschehen. Sims 4 wirkt immens klein, so gar nicht wie die frei begehbare, liebevolle Welt von Sims 3. Bei vielen Spielen begründen das die Entwickler ja gerne einmal mit einer „riesigen Spielwelt“, die Ladezeiten zwingend erforderlich macht, doch Maxis neues Sims hat eine solche gar nicht. Exakt 2 „Dörfchen“ stehen uns zur Auswahl, darin gibt’s eine handvoll Möglichkeiten zur baulichen Entfaltung. Im Details sind das jeweils vier Wohn- und ein Ladenviertel sowie ein Park. Die einzelnen Abschnitte sind nicht miteinander verbunden, besagter Ladebildschirm sorgt beim Wechsel der einzelnen Locations jedes Mal für 10 – 30 Sekunden lange Pausen. Ist nicht schön, ist nicht zu entschuldigen und ist vor allen Dingen ein gewaltiger Rückschritt!

Als sinnvolle Änderung betrachten wir die Anpassungen im Interface. Die Bedürfnisse der Sims werden nämlich nicht wie zuvor dauerhaft angezeigt, sondern sind in recht nützlichen Tabs untergebracht. Das wirkt anfangs für Sims-Fans wohl etwas ungewohnt, integriert sich allerdings recht sinnvoll. Ebenso wie das neu eingeführte Multitasking. Unsere virtuellen Ebenbilder können fortan nämlich mehrere Dinge gleichzeitig – sowohl in ihrer weiblichen, wie auch in ihrer männlichen Ausgabe.. Vor dem Computer arbeiten und gleichzeitig mit dem nach Hause eingeladenen Date Sympathiepunkte sammeln, während er oder sie auf der Couch vor der Glotze hockt? Kein Problem! Wünscht sich wohl manch einer auch fürs echte Leben.. Entgegen jeglichen Verständnisses ist das eigene Date übrigens auch über mehrere Zimmer hinweg zu unterhalten – Von Augenkontakt hält hier keiner was. Die Sims halt.

Sims 4 Interface
Mehr Platz für die Sims – Ein sauberes Interface

Kommen wir langsam zum Fazit, denn wer allen erstes nicht weiß, wie sich die Sims spielen, der wird wohl auch nie diese Zeilen lesen. Die Sims 4 – das ist mehr vom alten, in etwas neuem Gewand aber deutlich abgespeckt. Wer Sims 3, gerade mitsamt mehrerer Expansion-Packs, gespielt hat, der wird im neuesten Teil hier und da, da drüben auch und hier erst recht(!), eigentlich praktisch überall an seine Grenzen stoßen. Sims 4 hat sich viel vorgenommen, kommt aber in Minimal-Ausgabe auf den Markt. Dutzende Features fehlen und werden wohl erst durch Addons integriert. Wer die Sims mag, der ist gut beraten, bei dem zu bleiben was er hat.