Sag mal, wo ist denn nur die Zeit hin? Wie, schon 8 Stunden sitze ich am Rechner? Ich habe gerade erst angefangen! – Es sind Sätze wie diese, die in Zeiten eines Dragon Age: Inquisition wohl des Öfteren einmal fallen werden. Das kanadische Entwicklerstudio BioWare zaubert zum Endes des Jahres hin erneut ein Spiel daher, das einen zum Couch-Potato vegetieren lässt – da ist insbesondere eine gut umgesetzte Controller-Steuerung der PC-Version nicht förderlich..

Zur Sache: 2009 lieferte BioWare mit Dragon Age: Origins erneut einen Beweis dafür, dass dem Entwicklerstudio Rollenspiele einfach liegen. Origins gilt auch rund fünf Jahre später als Vorzeige-Titel im Rollenspielgenre. Hoch gelobt und tief gefallen: Von der offenen Spielwelt eines Origins, dem taktischen Kampfsystem und den vielen Möglichkeiten ging’s im zweiten Teil der Reihe Dragon Age II 2011 nur noch bergab. Schlauchlevels, eine stets beschnittene Spielwelt und ein fast gänzlich auf Action ausgelegtes Gameplay sorgten für kritische Kommentare. „Casual-lastig“ sei der zweite Teil der Reihe, viel zu einfach und für die breite Masse zugeschnitten. Die Härte des Erstlings war verschwunden, der zweite Teil eine relativ große Enttäuschung. 2014 liefern die Kanadier jetzt nach. Sie scheinen gelernt zu haben und veröffentlichen mit Dragon Age: Inquisition eine Art Kombination aus beidem. Ein riesiges, Freiheit zelebrierendes Dragon Age mit tollen Charakteren, einer spannenden Geschichte, die auch actionreich ist und sich ebenso spielen lässt.

Dragon-age-inquisition-Charakter
Ehe das Abenteuer wartet, verbringt ihr lange Minuten im detailreichen Charakter-Editor.

Inqistion erzählt die Geschichte eures zunächst nicht näher bekannten Helden. Ihr erwacht nach einem schieren Alptraum auf eurer Flucht vor Dämonen. Nach eurer Rettung durch ein geistliches Wesen gelangt ihr in die Welt von „Ferelden“ und werdet von den Menschen dort beschuldigt, ein riesiges Portal am Himmel geöffnet zu haben, aus dem Dämonen auf die Erde herabkommen und die Welt ins Chaos stürzen..  Im Kerker verhört ändert sich euer Schicksal jedoch bald schon gewaltig, denn durch eure Reise in die Welt der Dämonen habt ihr besondere Fähigkeiten erhalten und.. ach, wen interessiert schon die Geschichte? Eine riesige Spielwelt wartet auf euch! Und in der machen die rund 30-35 Stunden reine Hauptstory sowieso nur einen Bruchteil aus. Über 100 Stunden Nebenaufgaben sind da schon relevanter, denn die riesige Spielwelt von Dragon Age: Inquisition steckt bis in die letzten Winkel voller spannender Dinge, Schätze und nicht zuletzt Aufgaben.

[dropcap size=small]S[/dropcap]pielwelt – Ah, guck mal da hinten ist auch noch was!

Dragon-age-inquisition-landschaft
Zugegeben – Das Bild ist etwas poliert. Doch tatsächlich kann man sich auch im Spiel nur selten satt sehen am Umfeld.

Im neuen Dragon Age verschlägt es euch ins mitunter schon bekannte Ferelden sowie das benachbarte Kaiserreich Orlais. Auf dieser „Weltkarte“ stehen euch insgesamt 10 verschiedene „Landschaften“ zur freien Erkundung zur Verfügung. Nach und nach lassen sich diese freischalten. Das geschieht nach und nach im Spielverlauf. Die einzelnen Gebiete sind (ohne Untertreibung) gewaltig! Schätzungsweise lassen sich in manchen von ihnen alleine über 8 Stunden Spielzeit verbringen, ehe das Meiste erkundet ist und sämtliche Bösewichtige ausgemerzt und jede holde Jungfer befreit ist.. Zwang die Gegenden zu erkunden? Mitnichten! Dragon Age Inquisition und seine Welt bieten euch Landschaften, die zum Verweilen einladen. Alleine durch die tolle Optik wollt ihr unbedingt möglichst alles erkunden, bewaldete Hügel bereisen, eisige Gebirge besteigen oder auch mal staubtrockene Wüsten und verregnete und stürmische Küsten besuchen. Die Landschaften sind alle für sich abwechslungsreich und bestechen mit einer tollen Weitsicht. Hach, ja!

[dropcap size=small]J[/dropcap]ede Menge zu tun!

Wer ein so manches MMORPG bereits hinter sich gebracht hat, der dürfte sich in Inquisition gleich zu Hause fühlen. Biowares neuestes Werk gibt euch haufenweise zu tun und das nahezu an jeder Ecke. Zu absolvieren gibt es daher zahlreiche simple Aufgaben nach Schema F: „Bringe diesen Gegenstand bitte zu dem und dem“, „Töte diesen bösen Mann, der war sehr gemein“, oder „Hey, der und der meldet sich gar nicht mehr, schau mal dort nach, ob alles klar ist!“ Doch die Entwickler haben sich auch einige Nebenquests ausgedacht, die mehr als das sind. So erzählt manch eine Mission auch ganz fernab von der Haupthandlung eine Geschichte für sich, bringt uns an eigens dafür erschaffene Schauplätze und fesselt ungemein. Beispiel gefällig? Im Kopf geblieben ist uns da auf jeden Fall eine Mission, in der wir einen Tempel erforschen, in dem die Zeit inmitten eines tobenden Kampfes zwischen Magier und Dämonen stehen geblieben ist. Überall hängen Trümmerteile in der Luft, die jeden Moment drohen abzustürzen und nur wenig vertrauensvoll wirken. Dass unsere Mission wohl etwas damit zu tun hat, die Zeit gewollt oder nicht erneut in Gang zu setzen, das müssen wir wohl keinem erfahrenen Rollenspieler erzählen…Noch eine „lustige Nebenbeschäftigung“? Drachen!

 

Dragon-age-inquisition-Drache
Wunderschön aber ganz schön gefährlich – Drachen gibt es in Inquisition 10 Stück an der Reihe. Alle haben sie sich versteckt und bieten ganz verschiedene Herausforderungen.

Was wäre ein Dragon Age ohne Drachen? Dachte sich auch Bioware und ermöglicht euch in Inquisition die Herausforderung mit gleich 10 von ihnen. Ab Level 13 solltet ihr frühstens einmal daran denken, euch einem solchen Ungetüm auch nur ansatzweise zu näheren. Die zähen Biester fordern nämlich in der Tat etwas Geschick, eine fortgeschrittenere Ausrüstung und vor allen Dingen Vorbereitung. Ein jeder Drache weiß nämlich mit seinem Element umzugehen und sich gegen wiederum andere geschickt zu verteidigen. Was uns Inquisition nämlich lehrt: Drache ist nicht gleich Drache. Manch einer spuckt fiesen Frostatem und ist immun gegen Eis-Magie. Ein anderer wiederum weiß mit den stürmischen Elementen umzugehen, schießt Blitze um sich und sorgt für statische Aufladungen.. Coole Sache! Ist der Kampf gegen die, zugegeben nicht nur eindrucksvollen sondern auch wirklich hübschen, Biester nach langem Kampf (gerne mal 10 Minuten und mehr) geschafft, warten tolle Belohnungen.

Doch irgendwie fehlt da was. Richtig, ein Dragon Age wäre nämlich kein Dragon Age ohne jede Menge Begleiter…

[dropcap size=small]I[/dropcap]hr seid nicht alleine!

Was ganz abseits von Drachenkämpfen und Welterkundungen in einem jeden Bioware-Spiel wichtig ist, das sind die zahlreichen Begleiter, die euch im Spielverlauf zur Seite gestellt werden. In Inquisition gibt es gleich neun von ihnen und die werden euch tatsächlich nicht einfach nur zur Seite gestellt, sondern wollen an und für sich erst entdeckt werden. Größtenteils bleiben eure Begleiter in Dragon Age Inquisition allerdings recht blass. Dennoch macht es immer wieder Spaß, sich mit immer wieder neuen Gruppen-Konstellationen ins Abenteuer zu schlagen. Unterwegs erzählen eure Anhänger nämlich immer mal wieder ganz interessanten Geschichte. Schön!

[column size=one_third position=first ] Bugs Bei Dragon Age Inquisition sind wir im Laufe des Spiels leider immer mal wieder auf einige Bugs gestoßen. Manchmal kämpften Gegner nicht, steckten Begleiter fest oder wurden Quests auf der Questkarte an völlig falschen Positionen angezeigt. Auch stürzte das Spiel gegen Ende ganz gerne mal ab. Insgesamt hielten sich diese Fehler aber in Grenzen.[/column]

Ein Camp wie es noch in Origins der Fall war, gibt es in Inquisition übrigens nicht mehr… Stattdessen steht euch eine riesige Festung inklusive Privatgemächer, Gartenanlage, Kapelle, Burgmauern und Türmen, einem Thronsaal sowie einem Kerker zur Verfügung – ganz für euch allein. Bioware hat sich wirklich nicht zurückgehalten und gibt euch alleine im „Camp“-Gebiet“ jede Menge Zeugs zum Entdecken. Die Festung Himmelsfeste findet ihr erst nach ein paar Spielstunden als ziemlich heruntergekommene Ruine vor. Mit dem weiteren Spielfortschritt putzen eure fleißigen Helfer dann aber ganz schön eifrig, räumen Bauschutt zur Seite und bringen den Thronsaal samt Thron auf Hochglanz. Die Veränderungen in „eurer Himmelsfeste“ sind spürbar und machen schon immer ganz neugierig darauf, wie das eigene Zuhause nach der Heimkehr vom jüngsten Abenteuer auszusehen vermag.

Kaufempfehlung! Dragon Age: Inquisition

Liebe Leute. Dragon Age Inquisition ist ein riesiges Spiel geworden hat allerlei Zeugs für euch parat, das locker über die Weihnachtsfeiertage und darüber hinaus zu unterhalten weiß. Bioware schafft mit Teil 3 der Reihe einen hervorragenden Kompromiss aus Erstling und Fortsetzung und erzählt wieder eine spannende Geschichte um euren Helden, die aber ganz offensichtlich nicht den Hauptteil des Spiels ausmacht. Wie es nur selten der Fall ist, machen euch in Inquisition Nebenaufgaben wirklich großen Spaß, weil ihr sie eben nicht als solche „Aufgaben“ empfindet. Die Welt ist riesig, will erkundet werden und deswegen: Schnappt euch den Controller (Die PC-Version hat einen Controller-Support), ab auf die Couch und los geht’s!

Frohes Fest uns besinnliche Feiertage!