Wie angekündigt hier nun der Test zu Final Fantay X/X-2 Remaster. Um Missverständnisse zu vermeiden, hier nochmal die Betonung, dass ich primär von der Vita Version des Pakets sprechen werde. Unabhängig davon kann ich den Preis nennen, der für beide Plattformen (für die normale Version) knappe 40€ beträgt. Die PS3 Version ist derzeit (Stand: 03.04.2014) auf Amazon für 34,99€ erhältlich. Im Lieferumfang für die Vita sind Final Fantasy X HD und ein Gutscheincode für FF X-2 enthalten. Ob man die digitale Version bevorzugt oder nicht, ist Geschmackssache. Sie verbraucht immerhin ansehnliche 3,5 GB auf der Speicherkarte.

Für alle die diese Spiele nicht kennen, hier ein knapper Einstieg in
die Story:

Final Fantasy X:
Ihr spielt den jungen Blitzball-Starspieler der Zanarkand Abes, Tidus. Zanarkand ist eine blühende Metropole und technisch weit fortgeschritten. Euer Vater, Jekkt, war ebenfalls ein Ass im Blitzball und ihr habt sein Talent geerbt.
Beim großen Meisterschaftsspiel wird Zanarkand jedoch von einem gigantischen Monster angegriffen. Auron, ein Vetran des Kampfes und Freund von Tidus, erklärt euch, dass sie dieses Wesen Sin genannt haben. Während ihr versucht euch euren Weg durch das angegriffene Zanarkand zu kämpfen, werdet ihr von Sin in eine andere Welt gebracht. Und die einzige Gemeinsamkeit, die diese beiden Welten haben, scheinen Sin und Blitzball zu sein. Werdet ihr euren Weg zurück nach Zanarkand finden? Auf eurem Weg trefft ihr neue Gefährten und es gilt, eine Entscheidung zu treffen.

Lulus Gürtel kommen noch besser zur Geltung. Ähem, ich meine natürlich ihre Zauber.
Lulus Gürtel kommen noch besser zur Geltung. Ähem, ich meine natürlich ihre Zauber.

Final Fantasy X-2:
Die Ereignisse spielen zwei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Diesmal Spiel ihr Yuna, ein ehemaliges Medium und eine eurer wichtigsten Gefährtinnen aus dem ersten Teil. Während ihr die Veränderungen in den Gesellschaften beobachtet sucht ihr nach Bruchstücken aus der Vergangenheit und versucht eure neue Position zu festigen, besser zu verstehen und vielleicht etwas von damals zurückzugewinnen.

Damit ist viel geschrieben und wenig gesagt. Der Fokus der Spielereihe liegt eindeutig auf dem ersten Teil und viele weigern sich, die Fortsetzung als ein „Final Fantasy“ anzuerkennen. Zugegeben, es entfernt sich stark von gewohnten Mechaniken der FF Spiele. Für mich war es jedoch eine Gelegenheit, eine ans Herz gewachsene Welt erneut zu betreten und sich ebenfalls den Erinnerungen hinzugeben. Final Fantasy X-2 ist wohl eher was für hartgesottene Fans der Geschichte des zehnten Teils. Da es aber ohnehin im Paket vorahnden ist, kann man es doch gerne annehmen.

Konzentrieren wir uns nun auf die Änderungen vom Vorgänger zur neuen Version.

Spielmechaniken:
Im Großen und Ganzen ist alles, wie man es gewohnt ist. Im ersten Teil hat man noch immer das Spärobrett, im zweiten das Klassensystem mit Kostüm-Späroiden. Neu ist jedoch ein Schnellheilemenü, das außerhalb des Kampfes angewendet werden kann. Die gesamte Gruppe wird entweder mit Items oder Zaubern so effizient wie möglich geheilt. Für das Itemsystem werden übrigens nur die Tränke verwendet, die auch in Shops erstanden werden können. Also: Potions und Hi-Potions. Zumindest verspricht das die Mechanik.
Eine weitere Neuerung ist das Monsterjagdsystem in Final Fantasy X-2, die bisher nur der japanischen Version des Klassikers vorbehalten blieb. Damit könnt ihr Monster fangen, zähmen, trainieren und als Gruppenmitglieder für euch kämpfen lassen. Nach abgeschlossenem Training sind die Seelen der Monster gereinigt und ihr erfahrt die Geschichte des Menschen, der zu diesem Monster geworden ist. Wäre doch gelacht, wenn man nicht einigen alten Gesichtern begegnen würde.
Des Weiteren gibt es in Final Fantasy X-2 einen Spielmodus, der an klassische Roggue-Games erinnert und sich „Final Fantasy X-2 Last Mission“ nennt.
Ein weiteres Schmuckstück ist eine Filmsequenz, die die Ereignisse zwischen FF X und FF X-2 nochmal zusammenfasst und ergänzt.

Die Grafik:
Noch nie sah Spira so gut aus. Tatsächlich ist ein HD bei dieser Präsentation gerechtfertigt. Allerdings sind insbesondere die Gesichter von Tidus und Yuna etwas stark hochdefiniert worden. Einige Gesichtskonturen sind gänzlich verschwunden, sodass auch manche durch Mimiken ausgedrückte Emotionen nicht mehr so gut vermittelt werden, wie im Klassiker. (Möglicherweise ist die PS3 Version besser gelungen.) Darüber hinaus sehen die Charaktere in einigen Sequenzen eher aus wie Puppen und starren mehr oder weniger teilnahmslos aneinander vorbei. Das ist nicht immer so, aber es kommt vor. Dennoch ist die grafische Aufwertung zweifelsfrei sehenswert.

Hier ein Vergleich zwischen dem Klassiker und der Neuaufmachung. (PS3 Version)
Hier ein Vergleich zwischen dem Klassiker und der Neuaufmachung. (PS3 Version)

Die Musik:
Die Stücke in Final Fantasy X wurden einigen feinen Änderungen unterzogen. Der Fokus liegt jetzt mehr auf einer instrumentalen Umsetzung, die ein wenig epischer wirkt, als das Original. Anfangs vielleicht anstrengend, aber man gewöhnt sich rasch daran. Nur die prägnantesten blieben gänzlich erhalten.
Der Soundtrack in Final Fantasy X-2 scheint unverändert zu sein.

Designs:
Zumindest im ersten Teil gibt es geringe Änderungen der Menüs, der Kampfmenüs und des Sphärobretts. Alles ist noch gleich aufgebaut, hat aber einen neuen Anstrich bekommen. Im zweiten Teil ist alles weitgehend unverändert und wird nur durch die Punkte der Monsterjagd ergänzt.

Prinzipiell sind damit alle Änderungen aufgezeigt. Allerdings gibt es noch einige Ungereimtheiten in Final Fantasy X. Sobald es in manchen Szenen zu mehr Trubel kommt, fängt das Spiel an zu ruckeln und die Sequenz läuft nicht mehr flüssig. Entweder kommt die Vita an ihre Grenzen oder man hat ein paar Dinge vernachlässigt. Das kommt allerdings wirklich nur in Sequenzen vor, das Gameplay bleibt flüssig.
Las Pluspunkt: Das Spiel unterstützt eine Kommunikation zur PS3. Wer die Spiele für beide Plattformen besitzt, kann Spielstände synchronisieren und unterwegs da weitermachen, wo er zuhause aufgehört hat.

Alles in Allem erhält das Bundle 8 Punkte von mir. Abzüge gibts es aufgrund von einigen grafischen Unschönheiten und den Problemen in Zwischensequenzen. Dennoch kann ich das Paket jedem nur empfehlen, der ein Final Fantasy Fan ist und erst recht jedem Fan der X-Reihe.