983289_649047551789293_200186413_nFür den Bielefelder Rapper FiST läuft momentan alles nach Plan. Im Winter geht es mit Weekend auf Tour und Ende des Jahres soll sein erstes Solorelease erscheinen, an welchem er eifrig arbeitet. Folglich redeten wir mit FiST über das VBT, die Tour und seine Rapanfänge.

Medienoderso.de: Zunächst aus gegebenem Anlass: Persteasy ist der Sieger der VBT-Splash-Edition. Bist du mit dem Finale und dessen Ausgang zufrieden?

FiST: Ja, auf jeden Fall! Meiner Meinung nach hat Steasy konstant gute Leistung gebracht. Er ist da schon der verdiente Gewinner des Turniers. Pimf und Donetasy haben mich auch sehr unterhalten,aber Steasy hat’s halt durchgezogen und gut rasiert .

Medienoderso.de: Dem kann ich mich nur anschließen. Im Winter gehst du ja auch mit ihm und Weekend auf die „Jeden-Tag-Wochenende“-Tour. Hand aufs Herz: Überwiegt die Freude oder ein wenig die „Angst“ vor der großen Tour?

FiST: *lacht* Natürlich überwiegt da die Freude endlich mal eine Tour zu spielen. Das ist halt auch immer schon ein Jugendtraum von mir gewesen, also alles super. Anspannung ist auf der anderen Seite natürlich auch da. Ein paar Stunden vor meinen Gigs sterbe ich, zur Belustigung von Maxat und meinem DJ Mo, halt auch immer 1000 Tode. Bin ich dann aber auf der Bühne und rappe, ist wieder alles cool. Ein bissl Anspannung tut aber auch gut um dann die nötige Energie abrufen zu können. Also alles wird dufte, Tour wird geil und ich freu‘ mich da wahnsinnig drauf. Vor Allem auf all die Leute die mich sonst nur bei Facebook fragen: „Wann spielst du endlich in meiner Stadt?“ *lacht*

Medienoderso.de: Vielleicht trauen diese Leute sich dann ja dich nach der Show auch andere Dinge zu fragen. Da kommen wir auch direkt zu meiner nächsten Frage: Gefällt dir der Kontakt zu den Fans, oder wird dir das alles manchmal zu viel und du gehst lieber auf Abstand?

FiST: Klar gefällt mir der Kontakt zu den „Fans“. Dass die Leute Kontakt zu mir suchen ist ja auch immer ein Zeichen von Anerkennung für das was ich mache. Das Interesse an meiner Musik oder Person freut mich total. Ich habe eine Zeit lang auch versucht wirklich jedem zu antworten, allerdings musste ich das reduzieren, weil man sonst einfach keine Zeit mehr für den Alltag, Mucke und einfach sein eigenes Leben hat.

Medienoderso.de: Du lädst ja auch regelmäßig Bilder von den Leuten hoch die deine Shirts tragen, der sogenannten WHO?GANG. Dazu hast du auch einen Song namens FiST WHO? veröffentlicht. Aber was hat es eigentlich mit diesem „WHO?“ auf sich?

FiST: Das Ganze spielt einfach so ein wenig mit meiner Unbekanntheit und nimmt mich selbst ein wenig auf die Schippe. Mehr steckt da eigentlich nicht dahinter.

Medienoderso.de: Wirklich unbekannt bist du ja nicht mehr. Was sagen denn deine Freunde und Eltern zu deiner Karriere? Finden die das gut oder denken die, dass das Rapding keine Zukunft hat?

FiST: Ja, ist natürlich alles relativ mit der Unbekanntheit oder Bekanntheit. Also ein paar meiner Freunde interessieren sich schon für meine Musik und aber vielen meiner Freunden ist das komplett egal. Für die bin ich einfach Tore. Ich habe auch jetzt nicht den HipHop- Interessierten Freundeskreis. Meine Eltern haben dem Musikweg anfangs eher skeptisch gegenübergestanden aber freuen sich logischerweise wenn’s in diesem Bereich für mich gut läuft.Lustiger Weise haben die sich vor kurzem zum ersten mal einen Auftritt von mir angeschaut und waren danach schon mit dem üblichen elterlichen Stolz erfüllt.

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© by Maxat

Medienoderso.de: Apropos Tore: Wie viel Tore (Anm. d. Red.: FiSTs bürgerlicher Name) steckt eigentlich in FiST? Oder ist FiST eher eine Kunstfigur?

FiST: Je länger ich jetzt Musik mache, desto mehr Tore steckt auch in meinen Songs. Klar ist immer noch ein wenig Ausschmückung dabei, um z.B. bestimmte Gefühle in einem Song noch stärker zum Ausdruck zu bringen. Aber auch in alten Songs, war Tore immer Hauptbestandteil von FiST. Jetzt in den neuen Songs für mein erstes Solorelease, an welchem ich arbeite, hat sich das aber noch verstärkt. Ich würde sagen FiST besteht da zu 95% aus Tore. *lacht* Ich komme mir gerade dezent bescheuert vor von mir in der dritten Person zu sprechen, aber hoffe ich hab’s ansatzweise verständlich erklärt. Kurz gesagt, ich bin einfach mutiger geworden und mache jetzt persönlichere Musik.

Medienoderso.de: Doch doch, das war echt verständlich! Und gut, dass du dein Solorelease ansprichst: Was kann man da erwarten? Ein Album oder eher eine EP? Und wird dein Release noch vor der Tour erscheinen?

FiST: Poah, fiese Frage. Sagen wir so… ich bin dran und komme gut voran. Ob es eine EP oder ein Album/Mixtape wird kann ich noch nicht sagen. Geplant ist auf jeden Fall ein Release vor der Tour. Werde da dann auch den einen oder anderen neuen Song spielen.

Medienoderso.de: Lass uns noch ein wenig zurückblicken: Wie hat das mit dir und dem rappen angefangen?

FiST: Ich wurde von meinem großen Bruder immer schon mit Musik versorgt, weil er ziemlich viele Alben angesammelt hatte. Irgendwann war dann eben sowas wie die Slim Shady LP, Marshall Mathers LP oder Deluxe Soundsystem von Dynamite Deluxe, zwischen NOFX und Lagwagon zu finden. Von da an war ich dann mit dem Hip-Hop-Virus infiziert. So um 2005 habe ich dann angefangen auf einem Kassettenrecorder mit integriertem Mic schreckliche Onetake Songs aufzunehmen. Ich saß da manchmal echt stundenlang davor…wenn man da einen Fehler in ’nem Song hatte, musste man halt nochmal von vorne aufnehmen. Ja, und dann kam eins zum anderen.

Medienoderso.de: Hast du denn noch irgendwelche alten Tapes oder alte Aufnahmen auf dem PC rumliegen?

FiST: Also die aller erste Kassette müsste noch bei meinen Eltern auf dem Dachboden liegen. Alle anderen peinlichen recordeten Freestyles und ersten Songversuche sind im Besitz von Flotti, eines meiner besten Freunde. Den darf ich auf keinen Fall verärgern, der hat mich sozusagen in der Hand. *lacht*

Medienoderso.de: Lass uns wieder zur Gegenwart kommen. Die Rapszene ist ja mittlerweile sehr breit gefächert. Welche Künstler feierst du privat?

FiST: Ey ich feiere ehrlich gesagt ganz viel und breit gefächert. Das geht von Maxat, Weekend, Casper, Rockstah, Ahzumjot, die Orsons, Marteria, Cro über Savas, Lance Butters, Morlockk Dilemma, Persteasy, Megaloh, Pimf, MoTrip, Liquit Walker, Childish Gambino, Macklemore, Kendrick Lamar usw. usw.. Ich liebe einfach Musik. Gerade im Moment gibt es auch so viel Unterschiedliches und vor Allem qualitativ Gutes im Bereich Deutschrap, da kann man einfach nicht meckern als deutscher Rapfan. Natürlich gibt es im Youtube-Facebook-Zeitalter auch richtig viel musikalischen Dreck, das will ich nicht abstreiten…aber wenn man da ein wenig filtert, findet man viele gute Mucke.

Medienoderso.de: Aber hörst du dir manchmal tatsächlich deine eigenen Sachen einfach so an? Oder nur zwangsläufig wenn du am proben, aufnehmen etc. bist?

FiST: Also ich recorde Skizzen erst immer per Sprachnotiz, drehe die Box am PC auf und rappe dann in mein Handy, bevor ich ins Studio zu Maxat gehe. Das höre ich mir dann schon mehrmals an um einfach zu schauen: „wo kann ich noch etwas verbessern, welche Stelle gefällt mir noch nicht? Kommt das rüber, was rüberkommen soll?“. Wenn ich dann den Song in guter Quali recordet habe, höre ich den natürlich auch 2-3 Tage und überlege ob er so in Ordnung ist. Aber sonst höre ich eigentlich nur anderes Zeug. Ich bin da keiner der sich Wochenlang selbst feiert und nur seine eigene Mucke hören will.

Medienoderso.de: Danke für das nette Interview. Hast du zum Abschluss noch irgendwelche Worte an deine Fans?

FiST: Erstmal vielen Dank fürs Interview! Leute haltet durch… ich weiß, dass ich musikalisch lange nichts mehr von mir hören lassen habe, aber mein erstes Solorelease soll ja auch ein Gutes werden. Ich bin dran – 2013 kommt’s. Danke für euer Interesse und eure Unterstützung bis hier hin, #WHO?GANG!

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