RTEmagicC_Fist_Sturmzeit_Cover_500.pngDas Warten hat ein Ende! In zwei Tagen veröffentlicht FiST seine „Sturmzeit“ EP! Im Interview mit uns hat FiST ja bereits erzählt, dass das Release vor der anstehenden „Am Wochenende Rapper“-Tour seines Kumpels Weekend veröffentlicht wird und dieses Versprechen hat der Bielefelder auch gehalten. Vorab durften wir bereits in die EP reinhören und wollen euch unsere Meinung nicht vorenthalten.

Der Opener der EP trägt den Namen „Sturmzeit“ und wurde bereits vor zwei Tagen mit eigenem Video veröffentlicht. Der Track handelt von der Orientierungslosigkeit und dem Willen in eine neue, ungewisse Zukunft zu starten. Das klingt jetzt vielleicht als wäre das so ein Trauerlied. Das ist es aber nicht. Der futuristische Beat und die minimalistische Hook vermitteln eine Aufbruchsstimmung und das ganze klingt sehr aufbrausend. „Weitaus Mehr“ handelt dann von der gewissen Unentschlossenheit.

„Hänge fest zwischen Euphorie und Depression, zwischen dem ersten Schritt auf dem Mond und ‚wie zahl ich die nächste Miete bloß?‘ Zwischen Ziel und ziellos, zieh los, oder bleib zu Hause weil’s sich eh fast nie lohnt“ – FiST, Weitaus Mehr

Im ersten Moment will man irgendetwas tun und im Moment darauf hat man keinen Bock mehr drauf. Und dennoch will man immer mehr als einem eigentlich zustünde. Kennt doch sicher jeder von uns, oder? Die nächste Anspielstation „Dispo am Limit“ beschreibt sehr gut die Einstellung bzw. die Situation vieler Jugendlicher. Man hat zwar kaum Geld, aber seine Freunde, also wird alles schon irgendwie passen und man kann die Sorgen wenigstens für diesen Abend außen vor lassen. „Viel wenig nichts“ ist, meiner Meinung nach, der erste komplett deepe Track. Und mit komplett meine ich sowohl textlich als auch musikalisch. Er handelt von einer Beziehung, die dem Scheitern sehr nahe ist, aber keiner der beiden Partner traut sich das Ganze zu beenden. Das lyrische Ich hat zwar akzeptiert, dass es ziemlich vorbei ist, aber es kann/will sich nicht lösen. Die folgende Zeile bringt das ganze ziemlich gut auf den Punkt.

„Und wann greift einer von uns endlich zum Kehrblech
Wahrscheinlich weil’s so schwer fällt – keiner
Und wenn es doch einer macht sind wir fertig – leider“ – FiST, Viel wenig nichts

Mit „Lawine“ steht der erste Featuretrack vor der Tür, mit keinem Geringerem als Lance Butters. Verdammt, die Lawine der beiden kommt verdammt schnell ins Rollen. Es ist der erste Battlerap auf der EP und der Beat von BennetOn knallt richtig! Lance rappt arrogant wie eh und je und FiST tut es ihm perfekt gleich Warum? „Dis is, ey dis is, ey dis is wie wir rappen„. Nice! „Konzept X“ widmet sich dann wieder der Überthematik des Albums, der Zukunft. Überkrasser Beat mit Dubstepelementen und was ich persönlich sehr mag, ist die Duplizität des Tracks: In Verse 1 redet FiST mit einer zweiten Person über das gutbürgerliche Leben. Zweitauto, Kinder, Hochzeit, guter Job und, dass er von all dem nichts wissen will, weil es ihn nervt. In Verse zwei geht es dann um das Musikerleben, Groupies, Majordeals und das krasse Album des Jahres und auch das nervt ihn. Eigentlich ist der Song eine Kritik an den Menschen die nur auf sich selbst fixiert sind. Für mich der beste Track des Albums, richtig stark gemacht! Track Nummer acht, „Nein man“ wendet sich wieder dem Battlerap zu und dafür holt sich FiST seinen Kumpel Weekend ins Boot! Was ich sehr nice finde ist Weekends Konter gegen EstA: „Nein man, es gibt hier keine Reaktion für dich, wenn du Vogel mich im Rahmen deiner Albumpromo disst.“ Dieser hat Weekend auf einem Track einfach mal gedisst und hier gibt es dann die Antwort von Weekend. Aber das nur am Rande. Der Track geht in Richtung „Z-Prominenz“, denn es geht wieder um die nervigen Fans, die immer irgendwelche Sachen fordern, die in diesem Track abgelehnt werden. „Limit“ stellt den letzten Track des Albums dar und ist der wohl bekannteste der EP; da er bereits vor eingier Zeit veröffentlicht wurde. Für mich, bis zu diesem Release der stärkste Song von FiST.

Fazit:
Also ich muss sagen, dass meine Erwartungen echt hoch waren, denn, wenn wir ehrlich sind, veröffentlicht FiST ja wirklich nicht viel. Aber mit dieser EP wird einem eins wieder klar. Qualität größer Quantität. Dieses Jahr 2013 brachte bereits viele wunderbare Releaseses hervor, aber FiST muss sich vor diesen auf keinen Fall verstecken! Man kann den roten Faden der sich durch die Veröffentlichung zieht sehr gut folgen und die beiden Battle-Ausreißer bringen eine gelungene Abwechslung rein. Alles in allem also eine in sich stimmige EP, welches ich euch nur empfehlen kann! Also wenn ihr euch jetzt für die EP entschieden habt, könnt ihr sie euch hier bestellen. Und wenn ihr FiST und Weekend und auch noch Persteasy live sehen wollt, dann werdet ihr hier fündig.