stoppt-die-klugscheisserMotzen ist gut und motzen macht Spaß. Doch motzen ist nicht gleich motzen. Kristjan Knall meckert in seinem neuen Buch Stoppt die Klugscheißer. Ein Motzbuch. auf hohem Niveau. Ziel des Gezeters? Die Gesellschaft, Politiker, die Wirtschaft, der Kapitalismus und die Umwelt. Klingt staubtrocken? Ist es aber ganz und gar nicht.

Das Thema des ganzen wird direkt zu Anfang deutlich: Die Welt geht vor die Hunde. Was das mit Kapitalismus und Marktwirtschaft zu tun hat erklärt Knall unmissverständlich. Besonders das Unmissverständliche muss man ihm zu Gute heißen: Er ist direkt, unverblümt und ganz besonders schonungslos. Keine Rhetoriken und keine versteckten Bedeutungen. Hier gilt: Ein Mann, ein Wort, eine Bedeutung.

Doch was fällt Kritikern -und solchen, die sich diesen Kritiken anschließen- besonders leicht? Was ist das einfachste am Motzen? Bingo. Mit dem Finger auf andere zu zeigen! Wer das tun will, der muss bei Knalls Lektüre in den Spiegel schauen. Eine Botschaft an Politiker, Organisationen oder an die Mächtigen ist bei ihm nämlich nur Nebensache. Dieses Buch verschont besonders einen nicht: Den Leser.
Wer keine Lust hat sich grundlos anmeckern zu lassen, den kann ich beruhigen. Knall vereint in seinen Vorwürfen Subtilität und Emphatik. Dies führt schlimmstenfalls dazu, dass man eventuell seine letzten Aktionen noch einmal beurteilt und die eigenen Motivationen kritisch beurteilt. Was hat dazu geführt und bin ich ebenfalls so?

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Der Autor: Kristjan Knall

Bei aller Kritik liefert einem der Autor auch immer Möglichkeiten, die man hat, um etwas für die allgemeine Situation zu tun. Dabei gibt es die einfache (verbreitete Vorzeige-) Möglichkeit und die schwerere (die einen selbst involviert). Außerdem weist er auf verfügbares Informationsmaterial hin, wenn man sich weiter informieren möchte. Eben diese Lösungsansätze und Möglichkeiten lassen Kristjan Knall von einem simplen Nörgler zu einem durchaus konstruktiven Kritiker werden.
Die Nachricht ist deutlich: Die Führungselite wird nichts ändern, solange die Allgemeinheit nichts ändert und sich dem System fügt. Das mag illusorisch scheinen, denn das bedeutet, dass jeder und wirklich jeder seinen Beitrag leistet. Dies gilt nicht nur im nationalen, sondern im internationalen Raum. Doch jeder Fortschritt hat irgendwo einen Anfang, deshalb kann man doch einfach bei sich selbst anfangen. Unter der Voraussetzung dass aus dem Individuum eine breite Masse wird (und nur unter dieser Voraussetzung), kann etwas bewirkt werden. Das ist das Konzept der Demokratie. Übergeordnet steht die Devise Kooperation statt Konkurrenz.
Selbstverständlich wird Knall bei seinen Thesen nicht zu einem Prediger, der das blaue vom Himmel redet. Regelmäßig nennt er wissenschaftliche Studien und Forschungen, die seine Meinungen und Forderungen untermauern.
Sprachlich handelt es sich bei dieser Lektüre sicherlich nicht um einen Freizeitroman, allerdings ist Knalls Stil niemals unverständlich und stets in aller Deutlichkeit formuliert.

Mein Fazit

Mir hat das unterhaltsame Gemotze wirklich sehr gut gefallen und ich kann das neueste Werk im Sortiment des Eulenspiegel Verlages nur jedem nahelegen. Erscheinungstermin ist der 20.08.2013. Die gedruckte Fassung kostet 9.99€; die eBook Version 7.99€. Gut investiertes Geld in eine ausgezeichnete Lektüre, die zur Selbstreflexion anregt. Die Voraussetzungen erscheinen utopisch und sind sie denn wirklich notwendig? Findet es heraus und entscheidet selbst.

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