Loong Dragonblood ist ein MMORPG aus dem Hause gamigo und erst neulich in deutscher Sprachausgabe erschienen. Wie die meisten MMOs ist auch dieses komplett kostenfrei zu spielen. Ihr müsst euch lediglich registrieren, euch den Launcher herunterladen und seid bereit loszulegen. Klickt hier, um direkt zur Homepage des Spiels zu gelangen.

Das Spiel:
Zugegeben, die Präsentation von Loong Dragonblood ist großartig. Der Trailer ist grandios gestaltet, nur leider hat er herzlich wenig mit dem eigentlichen Spiel zu tun, wie man schnell feststellen darf. Ziel des Spiels ist es offenbar die sagenumwobenen Drachen zu finden und seine eigenen Kräfte in Kämpfen zu steigern.

Das Gameplay:
Zu Beginn des Spiels seht ihr eine leere rote hölzerne Brücke. Mit einem Klick auf den Reiter „Neu“ erstellt ihr euch einen Charakter. Die euch gegebenen Möglichkeiten sind recht begrenzt und bescheiden. Wer also gerne personalisiert, der dürfte enttäuscht werden. Für die einzelnen Rubriken Frisur, Haarfarbe, Gesicht, Details und Outfit stehen euch drei bis sechs Möglicheiten zur Verfügung. Was ihr im Reiter Vorschau findet, zeigt euch mögliche Rüstungen eurer späteren Spezialisierungen und ist nur Dekoration. Aber eins nach dem anderen.

Die Charaktererstellung macht optisch einiges her.
Die Charaktererstellung macht optisch einiges her.
      Sobald ihr euren Charakter erstellt habt, werdet ihr in eine bunte Welt mit angenehmer Comicgrafik geworfen. Als Neuling wird man sich vielleicht ein wenig erschlagen von den zahlreichen Fenstern fühlen, die einem die Spielmechaniken erklären. Fortbewegung und Kommunikation machen zu Beginn ihre Aufwartung, es folgen Kampftutorials, die nach und nach alle Kamftechniken erläutern und die Möglichkeiten, die sich euch bieten. Kurze Nebeninformation: Nach eineinhalb Stunden Gameplay habe ich das Tutorial noch immer nicht beendet!

 

    Der Einstieg in das Spiel ist durch das langwierige und umfangreiche Tutorial sehr zäh und raubt langsam aber sicher den Spielspaß. Euer erstes Ziel ist es Level fünf zu erreichen und somit die Anfangssektion abzuschließen, wodurch ihr nach Dragon Castle gelangt.
Der Blick auf Dragon Castle ist recht imposant, auch wenn die Texturen Schwächen zeigen.
Der Blick auf Dragon Castle ist recht imposant, auch wenn die Texturen Schwächen zeigen.
    Habt ihr Dragon Castle erst einmal erreicht, dann lockert sich das Tutorial etwas auf und ihr beginnt wieder, das Spiel zu genießen. Allerdings erwartet euch auch hier eine weitere Tutorialsektion.

Die Steuerung:
Einfach gehandhabt, dennoch anfangs möglicherweise etwas schwer zu erlernen. Fortbewegen könnt ihr euch wahlweise durch Klicken mit der Maus oder via W, A, S, D. Ebenso könnt ihr in Kämpfen zwischen Maus- und Tastatursteuerung nach Belieben wählen. Ich kann euch aber jetzt schon versprechen, dass die Tastatur euer Abenteuer um ein Vielfaches erleichtern wird. Die Engine für die Wegfindung per Mausklick ist definitiv alles andere als ausgereift, wodurch der Charakter gerne mal einen recht langen Umweg nimmt, anstatt einfach einen Schritt weiter nach links zu treten. Außerdem könnt ihr mit der Maus versehentlich ein Objekt -wie etwa einen Torbogen, einen Baum oder eine Pagode- anklicken. Der Befehl für die Wegfindung lautet dann, sich so nah wie möglich an die angeklickte Stelle zu bewegen. Auch die Kamera verheddert sich gerne mal an vorbeiziehenden Objekten, was allerdings nur zu einem kleinen Ruckler führt und sie verschiebt.
Alles nur kleine Mankos, die sich sicherlich durch Patches beheben lassen. Noch befindet sich das Spiel nämlich in der 1.0.0 Release Version. Dennoch hätte man diese Dinge in der Betaphase ausbügeln können.
Es gibt jedoch ein Spielfeature, das mich diese kleinen Fehler mehr als nur vergessen lässt. Ingame heißt dieses Feature „automatische Wegfindung“, hier nicht zu verwechseln mit den Problemen der Maussteuerung. In eurem Tagebuch könnt ihr einfach auf den Namen von eurem Ziel oder eurem Auftraggeber klicken und euer Charakter bewegt automatisch und vor allem präzise direkt auf das Ziel zu. Wirklich sehr gut für Anfänger, die sich in den Örtlichkeiten noch nicht auskennen oder für all jene, die wie ich einfach zu faul sind um dauerhaft zu klicken.

Die Grafik:
Grafisch gesehen ist das Spiel wirklich sehr stimmungsvoll. Besonders Anfangs springen Kirschblüten, Seen und die ersten Gegner ins Auge. Müsste ich das Ambiente mit einem einzigen Wort beschreiben, so wäre knuffig meine erste Wahl. Jedem persönlichen Wohlwollen zum Trotz muss ich dennoch sagen, dass die Grafik weit unter den heute technischen Möglichkeiten ist. Durch das ähnliche Setting musste ich beim Spielen öfters an das 2005 erschienene Guild Wars denken. Aber nicht nur das Setting ähnelt sich, auch grafisch erinnert Loong an Guild Wars, wobei der Veteran aus der Vergangenheit stellenweise die Nase vorn haben mag. Verwaschene Texturen, unsaubere Kanten und Wasserfälle, die aus Steinen austreten zieren die Landschaft. Ich persönlich mag die Grafik ja und lege auch nicht so großen Wert darauf, wer aber möglichst realistische und saubere Texturen haben möchte, der wird sie hier vergeblich suchen.

Das Klassen-/Levelsystem:
Klassen im Sinne von Krieger, Kleriker, Magier, etc. sucht ihr in diesem Spiel vergeblich. Ihr spezialisiert euch auf eine Waffe, was sich dann auch in euren Fertigkeiten ausdrückt. Das Levelsystem ist durchaus umfangreich, für jeden Waffenzweig gibt es einen Stammbaum, in denen ihr Levelpunkte so verteilen könnt, wie ihr es wollt. Pro Level könnt ihr ebenfalls die direkten Attribute eures Charakters um insgesamt zwei Punkte verbessern. Außerdem gibt es noch taktische Fertigkeiten, die passive Boni und weitere Möglichkeiten und Fertigkeiten in den Kämpfen bieten. Alle drei Stammbäume werden separat verwaltet. Wenn ihr euch nicht nur auf eine Waffe festlegen wollt, dann könnt ihr eure Punkte auch auf mehrere Typen verteilen. Effizienter ist jedoch die namensgebende Spezialisierung auf einen Typ, was eure Kräfte besonders steigert. Solltet ihr euch im Laufe des Spiels umentscheiden und lieber einen anderen Typ spielen wollen, könnt ihr mit Vergessens- und Reinheitspillen eure Punkte neu verteilen.

Mehrspielerfeatures:
Wie sich das für ein MMO gehört könnt ihr in Gilden eintreten, zusammen mit Freunden unterwegs sein und auch gegeneinander kämpfen. Hier zeigt sich noch ein Feature, was mir sehr gefällt: Der PvP Schutz. Jedes Mal wenn ihr euch einloggt, habt ihr die Wahl diesen zu aktivieren. Ist er für eine Spielsession aktiviert, können andere Spieler euch nicht angreifen oder zum Kampf herausfordern. Wieder sehr gut für Anfänger, Spieler im Training oder Spieler, die einfach unbehelligt durch die Welt spazieren wollen. Handels und Freundschaftsfeatures funktionieren natürlich weiterhin.

Ganz schön voll hier...
Ganz schön voll hier…
    Ebenfalls sehr gut: Kennt ihr das, wenn sich eine Masse von Spielern vor der Person ansammelt, mit der ihr gerade sprechen müsst und ihr einfach nicht durchkommt? Das ist jetzt kein Problem mehr, denn ihr könnt Spieler, die in eurem Sichtfeld sind nun einfach ausblenden. Ganz nach dem Motto „Geh mir aus der Sonne“.

Der Ingot Shop:
Ingots sind eine Währung im Spiel, die für den gleichnamigen Shop verwendet wird. Diese ominösen Ingots könnt ihr bei gamigo gegen Echtgeld erwerben. Den Wert von Ingots zu bestimmen ist nicht so einfach, da ihr prozentual mehr Ingots bekommt, je mehr ihr zu zahlen bereit seid. 3€ entsprechen noch 300 Ingots, bei 5€ bewegt sich der Ingotwert zwischen 450 und 520. Das ist abhängig von der Zahlungsmethode, ihr könnt nämlich auch per SMS zahlen. Das hat allerdings den geringeren Ingoterlös zur Folge. Momentan ist der Ingotshop noch überschaubar. Ihr bekommt Vergessenspillen, Umbenennungskarten für den Namen eurer Spielfigur, Pets (Jahaha! Es gibt knuffige fluffige Pets und Reittiere mit eigenen Fertigkeiten, die euch unterstützen. *kreisch*), Kostüme und unterstützende Items, wie temporäre Exp. Boni. Keines der Items aus dem Shop ist nötig, um das Spiel ohne Einschränkungen spielen zu können, also keine Sorge. Preislich gesehen halte ich den Shop weder für günstig, noch für teuer. Ein ausgewachsenes Reittier kostet euch beispielsweise 600 Ingots. Das kann man haben, muss man aber nicht.

Mein Fazit:
Das größte Problem, das sich mir zeigte, war das Tutorial. MMO-Veteranen werden sich gelangweilt vorkommen und Neulinge ziemlich erschlagen von der Lektüre. Ihr habt ziemlichen Lesestoff, denn eine Sprachausgabe gibt es keine. Ich kann aber guten Gewissens behaupten, dass sich das Spielgefühl nach der ersten halben Stunde steigert. Das Ambiente ist wunderschön mit einer ruhigen Musik im Hintergrund, wenngleich die Kampfmusik etwas übertrieben heftig für die ersten kleinen Gegner ist. Im späteren Verlauf des Spiels sicher passend, anfangs unpassend. Ein wichtiger Faktor ist jedoch die Communitiy: Ich habe von diversen Events gehört, bei denen Rennen veranstaltet und Suchen nach Personen angeordnet wurden sowie viele mehr. Jedes Mal gab es für die glücklichen Gewinner auch etwas zu gewinnen. Solche Events steigern den Spielspaß und das Miteinander natürlich sehr.
Gemessen daran, dass das Spiel noch in der 1.0.0 ist, sehe ich eine Menge Potenzial für die Zukunft und den weiteren Spielverlauf. Ich hatte meinen Spaß beim Testen und bin drauf und dran die Gegend weiter zu erforschen. Wer MMOs nicht abgeneigt ist, ein Tutorial, das einen wirklich bei der Hand nimmt erträgt, und ein asiatisches Setting im Comicstil mag, der wird hier sicher seinen Spaß haben.

Hier habt ihr noch den Trailer zum Spiel.

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