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Wir schreiben Montag, den 6. Mai 2013, 23:40 Uhr. Es ist der Beginn eines nahezu wahnwitzigen Ereignisses im Ersten Deutschen Fernsehen, denn der öffentlich rechtliche Sender, der ansonsten zum Großteil für allabendliche Rentnerunterhaltung der Spitzenklasse und die Tagesschau bekannt ist, begeistert tatsächlich für 30 Minuten mit Humor – und zwar einem der wirklich guten Sorte. Für kurze Zeit schafft es die gute alte ARD sogar „Alles-Entertainer“ Stefan Raab und seine Sendung TV Total in Sachen Quoten zu übertrumpfen. Und zwar in der Zielgruppe der 14-bis-49-Jährigen – was war da denn los?

Wer die Sendung übrigens verpasst hat, für den haben wir unten noch einmal die ganze Folge!

Die Antwort: Olli Dittrich. Zugegeben mag diese Antwort etwas plump ausfallen, doch der 56-Jährige schafft es an diesem Abend mit dem neuen Comedy-Format „Frühstücksfernsehen“ tatsächlich, einen Gag nach dem anderen zu landen. Doch was hat es mit dem neuen Format auf sich?

fruehstuecksfernsehen-pipoDas Frühstücksfernsehen ist eine Parodie auf der „Moma“ Morgenmagzin der ARD und zwar eine der ganz besonderen Art. In der Tat fällt diese Parodie nämlich gar nicht wirklich auf, mit solch einer Ernsthaftigkeit moderieren Olli Dittrich und Cordula Stratmann die über 30-minütige Sendung, lachen stets übertrieben in Manier eines Morgenmagazin-Moderators, der seinen Zuschauern auch an einem Montagmorgen ein „Juhu, ich bin motiviert!“ auf die Stirn zaubern will,  und erstarren in einem solchen Dauergrinsen, dass sie neben den Originalen am frühen Morgen im Ersten sicher nicht auffallen würden…

Mit dem typischen Olli Dittrich Witz, genialen Wortspielen und skurrilen Figuren, in die Dittrich innerhalb der zahlreichen Einspieler schlüpft, werden so Geschichten kreiert, die selbst auf den dritten Blick wie aus dem wahren Leben wirken: Argentiniens Fußballstar „Edson Santiago Piporente de la Paz“ – kurz: „Pipo“ – ist nach einem Sensationstransfer der neue Star des HSV; die bayerische CSU-Bürgermeisterin „Ingrid Höffelhuber“ kennt keine Grenzen in ihrem Eifer gegen Lärmverursacher; Außenreporter „Sandro Zahlemann“ trotzt allen Wetter-Widrigkeiten und berichtet, obwohl es nichts zu berichten gibt. Und Star-Regisseur Maximilian von Klaaden überrascht mit einer spektakulären Theaterinszenierung von „Romeo und Julia“.

Als wirkliches Highlight stellen sich die „Kurtsnachrichten“ mit Kurt Berghofer heraus. Fans der alten RTL Samstag Nacht Comedy werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn „Dittsche“ haut ein Wortspiel nach dem anderen raus, und präsentiert in Manier des typischen Tagesschau-Sprechers die frei erfundenen Nachrichten wie aus dem wahren Leben. So gibt es nach dem ausgebauten italienischen Kabelnetz in Venedig endlich mehr Kanäle als Kanäle und was hat man da laut neuesten Studien herausgefunden? Was wäre Deutschland ohne EU? Richtig, Dtschland. Kracher!

Anders als die beliebte heute-show im ZDF ist das Frühstücksfernsehen am Abend jedoch keine typische Satire, und übt auch nicht wirklich Kritik am Original. Wer Freund des subtilen Humors ist, der findet im Frühstücksfernsehen am Abend sicher eine gute Unterhaltung. Bereits am Sonntag, also am Tag vor der Erstausstrahlung, gab der für die Sendung verantwortliche Westdeutsche Rundfunk bekannt, sechs weitere Episoden produzieren zu wollen. „Dittrichs Präzision in der Schauspielerei, seine großartigen Masken heben die 30 Minuten heraus aus dem Comedy-Allerlei“, sagte WDR-Unterhaltungschef Siegmund Grewenig. Sechs weitere Folgen wird es somit in jedem Fall geben.

Liebe ARD, ihr seid da auf einem guten Weg, ich schalte definitiv wieder ein!

Wie hat euch die erste Ausgabe gefallen? Wir sind gespannt auf eure Meinung in den Kommentaren!