Die Fans haben in PES 2015 enorme Erwartungen gesetzt. Das Spiel kam dieses Jahr überraschend spät heraus und schürte die Hoffnungen der Spieler. Ob es dieses Jahr mit der großen Konkurrenz aus dem Hause EA mithalten kann? Wir haben es für euch getestet.

Das Feeling

Pro Evolution Soccer 2015_20141125150421Das Feeling ist in diesem Spiel wirklich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite haben wir eine tolle Grafik, die das Spielgeschehen sehr realitätsnah rüberbringt. Die Physik in diesem Spiel ist großartig. Bälle fliegen realistischer, die Keeper erlauben sich keine allzu groben Schnitzer und auch  Mimik und Gestik der Spieler sehen echt schön aus. Auch im Modus „Werde zur Legende“, wo man seinen eigenen Spieler erstellen kann, kann man eben jenen nicht direkt in ein Topteam stecken. Man muss sich erst hochspielen um in Europa bzw. der Welt bekannter zu werden. Das gibt einen einen Anreiz, den Spielmodus länger als eine Saison lang zu spielen. Als ich das Spiel installiert habe, habe ich mich im Übrigen am meisten auf die Kommentatoren gefreut: Mit Wolff-Christoph Fuss und Hansi Küpper konnte man zwei der, meiner Meinung nach, momentan besten deutschen Kommentatoren verpflichten. Aber das bringt uns direkt auf die andere Seite der Medaille. Es kommt einem so vor, als hätten Wolff und Hansi nur sehr wenige Sprüche einstudiert. Wenn man in einem Spiel, das gut fünf Minuten geht drei (!) Mal den selben Spruch hören muss, dann ist das schlichtweg ernüchternd. Zudem stehen wir, wie jedes Jahr davor vor dem selben Problem: Es gibt kaum Lizenzen. Manchester City zum Beispiel heißt in diesem Spiel schlichtweg „Man Blue“ Von den Top 5 Ligen (Bundesliga, Barclays Premier League, Liga BBVA, Serie A und Ligue 1) haben wir wenigstens 64 von 98 Teams zur Verfügung (Liga Bundesliga: 03/18; Barclays Premier League (01/20); Liga BBVA (20/20); Serie A (20/20); Ligue 1 (20/20). Die deutschen Teams sind im Übrigen: Schalke 04, FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen. Auch haben wir nur 7 (Achtung: Das San Siro und das Giuseppe Meazza werden als zwei Stadien aufgelistet, obwohl sie sich das selbe Bauwerk teilen…) lizensierte Stadien im Spiel integriert. All diese Komponenten schmälern den Spielspaß für den Fußballliebhaber doch ungemein. Dennoch gibt es natürlich noch die Lizenz der UEFA Champions League und der UEFA Europa League. Das bedeutet, dass ihr mit allen Teams der beiden Cups spielen könnt – mit offiziellem UEFA Interface. Das sieht stark aus und es fühlt sich ehrfürchtig gut an.

Die Spielmodi

Als Spieler, der zuletzt 2010 ein PES-Spiel in die Konsole geschoben hatte, kam ich zunächst mit der Steuerung absolut null zurecht. Aber durch das Absolvieren des Trainings, war es mir möglich, mir einige Tricks und Finessen die dieses Spiel bietet anzueignen. Im Trainingsmodus gibt es 23 Einheiten, die uns das Schießen, Verteidigen, Elfmeterschießen und -parieren und Freistöße beibringen. Die Übungen werden sehr gut erklärt und sind auf jeden Fall sehr nützlich. Im Modus „Werde zur Legende“ könnt ihr euren eigenen Spieler erstellen. Diesen könnt ihr dann in eure Wunschliga befördern – dort wird er in eines der schlechteren Teams der Liga gesteckt. Das hält die Motivation oben, denn spielt der eigene Spieler direkt in einem Topteam, so hat man (womöglich) nach der ersten Saison mit dem Triple alles erreicht. Im Managermodus könnt ihr euch einen Club aussuchen und diesen managen. Dabei müsst ihr auf Verträge, Gehälter und Transferwünsche der Führungsetage achten. Dieser Modus bringt alles mit sich, was ein durchschnittlicher Managermodus haben muss. Der in meinen Augen beste Modus ist der UEFA Champions League Modus: Hier könnt ihr euer Team auf Europas Thron bringen. Ihr könnt mit eurem Team Geschichte schreiben und die Champions League nach Hause holen. In diesem Modus sind 25 von 32 Teams voll lizensiert. Drei Teams wurden komplett ersetzt (FC Basel durch LOSC Lille, NK Maribor durch Aalborg BK und BATE Borisov durch Slovan Bratislava). Online könnt ihr Einzelspiele bestreiten, Saisons im Ligensystem bestreiten oder euer eigenes Team zusammenschustern

Fazit

Zusammenfassend bleibt eines zu erwähnen: Wer wert auf einen extrem hohen Realismus in puncto Ballphysik und Spielgeschehen steht, für den wird PES 2015 das Rennen machen. Denn die Abläufe auf dem Platz, die vielen Möglichkeiten Männer zu positionieren und die kluge Torwart-KI sind durchaus Dinge, die für das Konami-Spiel sprechen. Wer jedoch vernarrt ist in Originalität und wert auf lizensierte Spieler, Stadien, Teams und Ligen steht, dem rate ich tunlichst von PES ab, da es im Vergleich zu EA Sports‘ FIFA kaum lizensierte Teams gibt.

So sehen Sieger aus!
So sehen Sieger aus!