Playstation4-sony-logoSelten war der Hype um ein neues Technikprodukt so groß und ausschweifend wie der zur PlayStation 4, die gestern Abend, bzw. für die vielen Tausend Begeisterte in Deutschland, die den Livestream verfolgten, um Mitternacht, von Sony vorgestellt wurde. Dass Sony dem Hype nicht ausreichend gerecht wird, war leider abzusehen, doch irgendwie hatte man sich von der neuen NextGen-Konsole dennoch ein wenig mehr erhofft. Da tröstet es schon fast, wenn man bisher immer noch nicht weiß, wie die PlayStation 4 denn nun eigentlich aussieht und man sich noch freuen darf.

Was bei vielen für Ernüchterung sorgt nach der Vorstellung der PlayStation 4 ist nicht die Tatsache, dass Sony mit den neuen Features um die PS4 geizt, viel mehr ist es eine Art ausgebliebener Überraschungsfaktor – denn diesen gibt es nahezu nicht. Stattdessen erfüllt die PlayStation 4 eben genau die Erwartungen, die man an die neue Konsole hatte. Diese fallen vor allen Dingen innerhalb der sozialen Komponenten der Konsole aus. Mehr Social heißt wohl die Devise bei Sony.

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Eindeutig aufzeigen tun das Dinge wie der sogenannte „Share“-Button am PS4-Controller. Dieser soll es Spielern erlauben, ihr Spiel anderen zugänglicher zu machen. In der Praxis soll das dann so aussehen, dass der Spieler per Knopfdruck sein Spiel aufzeichnet und es dann in einer Art Sony-Konsolen-Social-Network Freunden zeigt. Selbstverständlich soll dieses Netzwerk vom eigenen Smartphone, Tablet oder der PlayStation Vita aus anzusteuern sein.  Mit „echten Namen und Fotos aus Ihrem realen sozialen Umfeld„, wie der Chefarchitekt der neuen Konsole Mark Cerny erklärte.

Doch eben revolutionär sind diese Ansätze nicht. Der direkte Konkurrent Microsoft verfolgt ganz ähnliche Interessen mit seinem Xbox-Live-Netzwerk, welches sich ebenfalls durch Windows-Tablets oder -Handys aufrufen lässt und selbst Spiele-Entwickler wie Electronic Arts bauen in Spiele wie Battlefield 3 ein komplett eigenes soziales Netzwerk ein, über das sich Spieler austauschen können. Social Networking ist in der heutigen Zeit eben allgegenwärtig, die neuen Social-Funktionen der PS4 dadurch eben keineswegs so „revolutionär“, wie sie von Andrew House angepriesen wurden.

Ähnlich sieht es beim Thema Streaming aus. Auch hier liefert Sony genau das, was man eigentlich erwarten konnte. Sicherlich ist die Möglichkeit, Spiele zukünftig schon spielen zu können während man sie noch herunterlädt nett, doch ein Grund deswegen in euphorische Freudentänze auszubrechen ist das eben nicht. Auch die Möglichkeit Inhalte zukünftig auf die PlayStation Vita streamen zu können sind eine logische Konsequenz und obendrein in Zeiten der Nintendo Wii U bereits keine Zukunft mehr.

Was bleibt ist eine neue Konsole mit besserer Hardware, einer aufpolierten Grafik (die wirklich toll aussieht, aber mit der aktuelle PC-Titel wirklich mithalten können) und einem Facebook für die Konsole, die pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2013 den Markt erreichen wird. Das sind Dinge, die bereits vor Monaten prognostiziert wurden. Wenn solche Dinge auf einer Sony-Pressekonferenz in New York als „revolutionär“ gepredigt werden, erinnert mich das an die vergangenen Apple-Keynotes. Ich habe mich auf die Zukunft gefreut – irgendwie habe ich sie mir größer vorgestellt.

Einige Daten zur neuen Konsole:

Hardware mit PC-Architektur
x86 CPU mit 8 Kernen
Optimierte PC-Grafikkarte mit 2 Teraflops
8 GB GDDR5 Shared RAM
DualShock 4 mit Lightbar, Share-Button, Touch-Pad, Kopfhöreranschluss, verbessertem Rumble und Spieler-Erkennung
Dual-Camera, die den Controller mit der Lightbar im Raum ortet
Umfangreiche Social-Funktionen
Video-Upload und Stream